Veranstaltung
„Computers are coming to the people“ Stewart Brand und der Aufstieg der Cyberkultur
Der Computer wurde gegen Ende des Zweiten Weltkrieges für militärische Zwecke entwickelt, fand aber bald auch zivile Anwendung. Der technologische Fortschritt ermöglichte eine Verkleinerung und eine Beschleunigung der Rechenprozesse. Angeregt durch das Militär wurden ab 1962 Konzepte für eine dialogfähige Mensch-Computer-Schnittstelle entwickelt. Dadurch konnten die Zugriffe auf den Großrechner reduziert und eine Mehrfachnutzung („Time-Sharing“) ermöglicht werden. Der Computer wurde zum persönlichen Werkzeug („Personal Computing“), ohne dass sich die Nutzergruppen zunächst änderten.
Die Artikel von Engelbart („Die Erweiterung des menschlichen Intellekts: Ein Grundkonzept“, 1962) und von Licklider („Der Computer als Kommunikationsgerät", 1968) erreichten erst durch Stewart Brands 1972 in „The Rolling Stone" erschienenen Artikel „Spacewar" eine breitere Öffentlichkeit. Der von der Beat-Generation geprägte Brand hatte auch maßgeblichen Einfluss auf die Anfänge der Hippie-Bewegung als Gegenkultur und stand seit 1968 mit Engelbart in Kontakt. Sein „Whole Earth Catalog“ (ab 1968) beeinflusste die „New Communalists“ sowie einen Teil der Computerexperten und -enthusiasten („Hacker“) und leitete einen Prozess ein, an dessen Ende der Computer als Medium stand. Brands Wirken wird vom Referenten anhand eines kulturhistorischen Ansatzes vorgestellt und diskutiert.
Referent: Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Mathis
(Vergangene Veranstaltung)
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