Pressemitteilung

Ingenieure als Gründer

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[Stuttgart, Universität Hohenheim] Ulrich Steinbach, Ministerialdirektor für Wissenschaft Baden-Württemberg, diskutierte am 07.02.2018 beim VDI-Forum „Ingenieure ‚made‘ in Baden-Württemberg“ mit rund 100 Hochschulprofessoren, Unternehmern und angehenden Ingenieuren: Wie können die Landesregierung und Hochschulen mehr angehende Ingenieure für die Gründung von Unternehmen gewinnen?

Ulrich Steinbach, Ministerialdirektor und Amtschef im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst in Baden-Württemberg sprach in Vertretung für die kurzfristig erkrankte Frau Ministerin Theresia Bauer. Baden-Württemberg liegt zahlenmäßig bei Gründungen weit hinter Berlin aber auch hinter Bayern zurück. Steinbach sieht die Hochschulen als geborene Innovationszentren und fordert die Vernetzung mit externen Akteuren. Schwierigkeiten sieht er vor allem für technologiegetriebene deutsche Start-Ups bei der Versorgung mit Wagniskapital. Mögliche Rückschläge oder das Scheitern eines Unternehmers müssten in den Prozess einbezogen und nicht tabuisiert werden.

Auch Dr. Stefan Wolf, Vorsitzender Südwestmetall und Vorstandsvorsitzender der ElringKlinger AG, betonte die notwendige Risikobereitschaft eines angehenden Unternehmers und mahnte ein Umdenken in der Gesellschaft an zu einer veränderten „Kultur der zweiten Chance“. Etablierte Unternehmen seien auf Start-Ups angewiesen und müssten ebenfalls neue Wege gehen. Hürden der Bürokratie für Gründungsbeteiligungen von Hochschulen sollten im Landeshochschulgesetz dringend abgebaut werden. Mit Blick auf Bayern verwies er auf ein klares haushaltspolitisches Bekenntnis zu mehr Risikokapital.

Am Beispiel der Universität Hohenheim erläuterte Prof. Dr. Andreas Kuckertz wie Studierende heute an Unternehmensgründungen herangeführt werden und was dadurch schon erreicht werden konnte. Gerade um Unsicherheiten und Risiken zu überwinden gibt es für Unternehmensgründer Methoden. Das entscheidende pro-aktive Verhalten eines erfolgreichen Unternehmers sei lernbar, das sprichwörtliche „Unternehmer-Gen“ existiere hingegen nicht.

VDI-Direktor Ralph Appel betonte die Bedeutung einer interdisziplinären Ausbildung vor allem im Blick auf die alles dominierende Digitalisierung und war sich mit Prof. Wilhelm Bauer, VDI-Landesvorsitzendem einig, dass weitere gemeinsame Initiativen von Wissenschaft und Wirtschaft ein Schlüssel zu mehr Unternehmertum seien. Der Bedarf zu Austausch und Dialog wurde auch in der abschließenden Podiumsdiskussion deutlich. Der VDI möchte dafür eine Plattform und Weiterbildungsmöglichkeiten für Unternehmensgründer anbieten. Denn „Baden-Württemberg braucht innovative Existenzgründerinnen und -gründer, die die Zukunft unserer Wirtschaft mitgestalten. Nur so können wir wettbewerbsfähig bleiben“, so Prof. Wilhelm Bauer.